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fasten(brechen)

Foto von Melissa Askew / Unsplash.com

Meine Idealvorstellung der Fastenzeit sieht so aus:

Fremdbestimmung und alltägliche Abhängigkeiten erkennen, hinterfragen, bestmöglich unterlassen. In den letzten Jahren habe ich alibimäßig und einigermaßen erfolgreich Fleisch gefastet. Dieses Jahr versuche ich meine Prämisse ernst zu nehmen: ich faste Alkohol und Zigaretten.

Warten an der Bushaltestelle gestaltet sich plötzlich völlig anders. Was machen Nichtraucher*innen denn da?

In Kneipen (in denen der kalte Rauch ja wirklich widerlich steht) komme ich mir auch seltsam vor, vor allem wenn ich plötzlich Geld für ein alkoholfreies(!) Bier ausgebe.

Das Handy klingelt, Wortfetzen:
Zum letzten Mal… Examen! Fertig! Nie wieder!

Glückwünsche – feiern gehen?
… Fastenzeit.

Ich gehe feiern.

Und trinke Sekt und Bier, rauche mindestens fünf Zigaretten.
Am nächsten Tag: weiterfasten.

Warum?

Weil die Prämisse ja wahr bleibt. Und der Abend perfekt war, wie er lief.

Also stehe ich Kaugummi kauend an der Haltestelle und frage mich weiter, was andere Menschen hier so machen.

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