Stadtpilger und S-Bahn-Kreuzfahrer

U-Bahn Musikanten auf der linken Seite des Bildes. Auf der rechten Seite: ein aufgeschlagenes Stadtpilgerheftchen.

Manchmal ist es schon absurd. Da feiert man im Gottesdienst, dass Gott die Welt um uns so wunderbar erschaffen hat, und selbst sitzt man in alten Gemäuern, wo im besten Fall noch die schmuckvollen Fenster auf die Welt außerhalb hindeuten. Und wenn wir mal in der Welt unterwegs sind, eine neue Stadt kennenlernen, S-Bahn fahren, dann kämen wir nie auf die Idee, für diese Schönheiten zu danken. Dabei sollte der ganze Trubel doch Anlass genug sein sich mal eine Auszeit zu gönnen. Heute will ich 2 Projekte vorstellen, die sich diesem Thema angenommen haben.

Stadtpilgerweg Hildesheim

Sightseeing kennt jeder: „Ja, dieses Haus. Sehr alt. Sehr schön. Ohhh eine Kirche. Und schauen Sie doch mal hier…“ Von der Atmosphäre der Stadt bekommt man wenig mit. Und schmerzende Beine vom vielen Gehen und „hier-hin-dort-hin“ tragen auch nicht sonderlich zum Entspannungsfaktor bei.

Zum Stadt- und Bistumsjubiläum 2015 hat das Studio Komplementaer im Rahmen eines ökumenischen Projektes der evangelisch-lutherischen und der katholischen Kirche einen Stadtpilgerweg entwickelt.

Der rote Faden „Zuversicht“ führt die Stadtpilgerer in Buchform vorbei an 10 Stationen durch Hildesheim. Auf der 4 Kilometer langen Strecke lädt dieser etwas andere Stadtführer ein die Stadt mit ganz anderen Sinnen zu erfühlen. Bewusstes Betrachten von Dingen, den Sorgenschatten fallen lassen oder einfach mal hinsetzen, durchatmen.

Neugierig geworden? http://www.stadtpilgerweg-hildesheim.de/

KreuzFAHRER

Wer in einer Großstadt wohnt, kennt es sicherlich. Egal ob zum Freunde treffen, für die Schule, Arbeit oder dem Einkaufen, an der U/S-Bahn kommt kein Großstädtler vorbei. Der Jugendkirche SAM ist das auch aufgefallen und so hat sie sich kurzerhand entschlossen, aus der Berliner S-Bahn Linie S41 ein Gottesdienst zu machen. Exakt eine Stunde braucht die S-Bahn für ihren 37 Kilometer lange Tour.

Die Gottesdienstteilnehmer sind mit einem Mp3-Player ausgestattet und hören eine für die Strecke konzipierte Audiospur. Der erste Testlauf ist bereits erfolgreich absolviert worden (wenn auch zu erst wegen Bahnstreiks verschoben). Während man sonst die notwendigen Bahnstrecken lieber über dem Smartphone für sich nutzt, lädt SAM ein, auch mal den Blick zu heben und die Umwelt wahrzunehmen.

Entstanden ist das Projekt durch „Mein Jott„. Eine Ideenwerkstatt des BDKJ, welche es Jugendlichen ermöglicht eigene Projekte vorzuschlagen, zu entwickeln und letztendlich auch umzusetzen. Mein Jott ist Teil der Initiative des ehemaligen Berliner und jetzt Kölner Kardinals Rainer Maria Wölki „Wo Glauben Raum gewinnt“ zur pastoralen Neustrukturierung des Erzbistums Berlin.

Neugierig geworden? http://www.jugendkirche-berlin.de/

 

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