Werft die kleinen Monster aus der Kirche!

„Pokémon Go“ ist derzeit in aller Munde – und offenbar auch in so mancher Kirche. Es hat mich zum Schmunzeln gebracht, als ich die Schlagzeile gelesen habe, dass das Kölner Domkapitel offenbar einen Anwalt einschaltet, der mit Nintendo über die Platzierung eines „Pokéstops“ im Innenraum des Kölner Doms reden soll. Grund: Der sakral genutzte Innenraum soll Pokémon-freie Zone bleiben. Schließlich, so zitiert man einen Verantwortlichen, werde auch kein Brettspiel in der Kirche erlaubt: „Wenn wir jemanden beim Spiele erwischen, werfen wir ihn umgehend raus“.

Kann man machen: Menschen, die Spaß in einer Kirche haben, rauswerfen. Bloß nicht im Dom spielen. Und wehe, es lacht einer!

Was steckt da für eine Vorstellung von Gott dahinter, den man durch solch läppische Aktionen verärgern könnte? Ist es vielleicht viel weniger Gott als der Mensch, der solche abgrenzbaren Räume des Heiligen braucht, in denen sich alles nur um eine höhere Macht dreht? Und macht es sich der (gläubige) Mensch damit nicht viel zu einfach? Das Heilige schön einsperren, ihm einen festen Ort zuweisen. Ich komme dann schon, wenn ich es brauche. Und da will ich keinen !Pokéstop!!

Doch: Wo fängt Kirche an? Wo hört der Dom auf? Ist der sakrale Raum tatsächlicher, begrenzter Raum? Ist nicht vielleicht das Leben an sich ein sakraler Raum? Ohne Grenzen, jede Minute meines Lebens als Christ? Egal ob mit oder ohne Pokémon, beim Brettspiel oder Kirchgang.

Fabian Maysenhölder

Fabian Maysenhölder

Diplom-Theologe (ev.), Online-Journalist und Blogger (Heimatblog: theopop.de). Findet Bezüge zwischen Popkultur und Theologie besonders spannend. Er beschäftigt sich mit Social-Web-Forschung und arbeitet an einer Dissertation über christliche Blogs.

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4 Antworten

  1. In der Küche ist Fussballspielen nicht sinnvoll! Kann man machen, muss aber nicht! Im Wohnzimmer ist das kochen nicht sinnvoll. ! Kann man machen, muss aber nicht! In den Kirchenräumen ist spielen mit Computern nicht sinnvoll. Stört Gott nicht, gibt den Sinn dieser Räume aber nicht wieder! Sie sind Hinweise, geschaffen um die Ewigkeit zu dokumentieren.

  1. 27. Juli 2016

    […] komm ich heute nicht mit Notizen vom Tag: Mir fallen die Augen zu. So gibt es leider nichts über die Pokémon-Policy im Kölner Dom, außer dem Artikel, der mich drauf aufmerksam machte und den Kopf schütteln ließ. Und weiteres […]

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