Laubkehr-Perspektiven

Ein ganz normaler, schmuddeliger Herbsttag:

Uni-Alltag, Heimfahrt, Mittagessen, Kaffeepause auf dem Sofa und danach immer dieses Aufraffen. Das Aufraffen, um in den Garten zu gehen und ab und zu die mittlerweile braunmatschigen Blätter zusammenzukehren und am besten noch vor dem nächsten Windstoß auf den Kompost zu werfen.

Ja, wofür denn das eigentlich? Braunmatschige Blätter lustlos bei Wind und Wetter zusammenkehren- also da gibt es wirklich schönere Beschäftigungen als diese!

Energielose, haltlose, farblose Blätter, die da immer wieder neu durch das Wetter vom Baum gerissen werden. Letztlich werden sie nur zu einem Haufen geschmissen und vorher wird noch drauf rumgetrampelt.

Wo ist im Herbst eigentlich dieses Fröhliche, dieses Dynamische, dieses immer wieder Aufatmende des Grüns? Und wo ist diese Standhaftigkeit, das Vertrauen, im Sturm am Baum zu halten? Wo?

Ich sehe sie da am Boden liegen.

Da ist es jetzt die Aufgabe zu entscheiden, was mit dem Laub gemacht wird. Liegen lassen, beachtungslos, oder mal die Perspektive drehen? So drehen, wie sich auch die Blätter ihre Perspektive im Fall drehen müssen.

Das Laub kommt erst im Fallen bei sich an. Laub ist erst getrennt vom Baum ein „Laub“. Nichts Anderes.

Trotzdem will und kann es auch in allem Fallen und Zertreten werden Heimat, Herberge und Wärme bieten.

Laubkehr-Perspektiven.

Vielleicht ist der Herbst deswegen meine Lieblingszeit im Jahr.

Lena Beuth

Lena Beuth

Lena, 20 Jahre, aus dem schönen Bergischen Land bei Köln.
Manchmal mehr grundtönender Musikus, manchmal mehr philosophierender Lyrikus.
Hauptsache kreativ!

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