Vom Machen, Schaffen und Blühen

„Auf allen Wegen, die du gegangen bist, hat es hinter die geblüht“ – das wurde heute Morgen in einer Rede anlässlich des 90. Geburtstages eines Professors und Priesters gesagt. Der Saal war randvoll mit Menschen, die dieser Priester während seines gesamten Lebens geprägt, berührt und begleitet hat. Ich kannte diesen Mann nicht. Dennoch hat sich in meinem Herzen eine große Wärme und Freude ausgebreitet, als ich den anerkennenden Worten der Redner gelauscht habe. Warum? Weil es sicher das schönste Gefühl für einen 90-jährigen sein muss, auf ein so sinnvolles und erfülltes Leben zurückblicken zu dürfen. Da war einer, der die Welt und die Menschen geliebt hat und sie durch sein gutes Handeln ein Stückchen besser gemacht hat. Dieser Gedanke hat mir auch wieder meine eigene Sehnsucht vor Augen geführt: Etwas zu schaffen, das die Welt verändert und besser macht.

Es muss eine generell menschliche Sehnsucht sein, die da in mir aufgestiegen ist, denn wenn ich so durch die Welt gehe, fallen mir schnell die Umsetzungen großer menschlicher Ideen und Visionen auf. Aktuell sprießen die vielfältigsten und innovativsten Start-ups nur so aus dem Boden. Die Welt schwappt über von dem Drang, Neues zu kreieren und zu optimieren.

Wie kann ich nun aber mein Ziel erreichen, meiner Sehnsucht Ausdruck verleihen? Eine so zündende Idee, wie sie all die vielen Freigeister schon vor mir hatten, die scheint auf sich warten zu lassen. Ich kann noch so viel grübeln, aber eine zufriedenstellende Antwort, ein leidenschaftliches Gribbeln in der Brust will sich nicht so recht einstellen.

Was haben denn all die großen Macher getan, um ihr Unternehmen, wie immer es auch aussah, voranzubringen? Was hat bei ihnen die Initialzündung ausgelöst?

In den allermeisten Fällen – so meine Erfahrung –  wurde auf eine Lücke, ein noch ungelöstes Problem, auf einen behebungswürdigen Widerstand gestoßen. Meist ging dieser Erfahrung kein aktiver Suchprozess voraus. Sie sind einfach auf etwas gestoßen, das einem entgegenkam. Das tatsächliche Machen, das war immer nur der zweite Schritt.

Selbst bei den Propheten, die durch ihr Wirken zu den größten Gestalten des Alten Testamens wurden, waren es nicht sie selbst, die davon überzeugt waren, jetzt mal etwas ganz Großes anzugehen. Ihre Aufgabe fiel ihnen zu, ganz passiv. Sie wurden (von Gott) beauftragt.

Insofern haben die Macher von heute ja auch etwas gemeinsam mit den Propheten. Es tritt etwas von außen an sie heran, dass sie anrührt, sie anstupst und zum weiterdenken und handeln anregt.

Wenn ich das alles so recht bedenke, fällt doch wieder einiges an Last von mir ab. Ich selbst muss die große lebensverändernde Idee gar nicht selbst finden. Sie muss mich finden. Und dann kann es ganz langsam anfangen zu blühen.

 

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3 Gedanken zu “Vom Machen, Schaffen und Blühen”